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BaaS-Anbieter 2026: Der Vergleich für den DACH-Markt

Banking-as-a-Service im Jahr 2026: Solaris, Swan, Griffin, Unit, Marqeta, Treezor und Co. im direkten Vergleich. Lizenzen, Funktionen, Preise und so wählst du den passenden BaaS-Anbieter für dein Fintech.

BaaS-Anbieter 2026: Der Vergleich für den DACH-Markt
BaaS-Anbieter 2026: Der Vergleich für den DACH-Markt
BaaS-Anbieter 2026: Der Vergleich für den DACH-Markt

Was ist Banking-as-a-Service?

Banking-as-a-Service (BaaS) bedeutet, regulierte Bank­dienst­leistungen (Konten, Karten, Zahlungen, Kredit, KYC, Compliance) per API an Nicht-Banken zur Verfügung zu stellen. Im Hintergrund steht eine lizenzierte Bank, der BaaS-Anbieter liefert die Orchestrierung und die Compliance-Werkzeuge, und die kundenseitige Marke besitzt Distribution und Nutzererlebnis.

Konkret heißt das: Ein SaaS-Unternehmen, ein Marktplatz, eine Gig-Economy-App oder ein Einzelhändler kann ein eigenes Konto, Kartenprogramm oder Zahlungs­erlebnis in wenigen Wochen starten, ohne selbst eine Banklizenz beantragen zu müssen. Lizenz, Abstimmung, Hauptbuch und Meldewesen liegen beim BaaS-Stack.

API-first-Infrastruktur

Konten, Hauptbuch, Karten­ausgabe, Zahlungen und KYC über REST und Webhooks. Keine Filiale, kein Papier.

Lizenzierte Bank im Stack

Eine Partnerbank oder der BaaS-Anbieter selbst (z. B. Solaris mit BaFin-Vollbanklizenz) übernimmt die Regulatorik und hält die Kundeneinlagen.

Wochen statt Jahre

Go-live in 3 bis 12 Wochen statt der 3 bis 5 Jahre, die eine eigene Banklizenz beansprucht.

Der globale BaaS-Markt liegt 2026 bei geschätzten 35 bis 45 Mrd. USD mit rund 17 % jährlichem Wachstum. In Deutschland ist Solaris SE der unbestrittene Marktführer: Unternehmen wie N26, Vivid, Samsung Pay, Kontist und Tomorrow laufen auf der Solaris-Infrastruktur.

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So funktioniert der BaaS-Stack im Detail

Hinter jedem eingebetteten Konto stecken vier Schichten. Wer sie versteht, weiß, wo das Geld liegt, wer der Vertrags­partner ist und wer am Ende haftet.

Schicht 1

Marke / Fintech

Das endkunden­seitige Produkt. Distribution, UX, Pricing, Zielgruppe.

Schicht 2

BaaS-Middleware

APIs, Ledger, KYC-Orchestrierung, Kartenprogramm, Chargeback. Solaris, Swan, Unit, Treezor.

Schicht 3

Partnerbank

Hält Lizenz, Einlagen und die regulatorische Beziehung. Solaris SE, Evolve, ClearBank, Commerzbank-Partner.

Schicht 4

Zahlungs­verkehr

SEPA, SEPA Instant, TARGET2, SWIFT, FedNow, Visa, Mastercard. Hier bewegt sich das Geld tatsächlich.

Im DACH-Markt verschmelzen Schicht 2 und 3 immer häufiger. Solaris SE hält eine eigene BaFin-Vollbanklizenz, Swan eine EMI-Lizenz in Frankreich, Griffin eine UK-Banklizenz. Das vereinfacht den Vertrag auf zwei statt drei Parteien und reduziert genau jenes Drei-Parteien-Risiko, das mehrere BaaS-Krisen 2023 und 2024 ausgelöst hat.


Arten von BaaS-Anbietern

Nicht jede „BaaS-Plattform" ist dasselbe Tier. Bevor du Anbieter vergleichst, ordne dein Projekt einem Modell zu.

Modell Was du bekommst Trade-off Beispiele
Lizenzierte BaaS (direkt) Anbieter hält Banklizenz und Einlagen. Ein Vertrag, eine Gegenpartei. Enger geografischer Fokus, langsamere Produktbewegung in Nischen. Solaris SE, Swan, Griffin, ClearBank, Column
Middleware + Partnerbank Middleware liefert APIs, Partnerbank hält Einlagen unter Drei-Parteien-Vertrag. Mehr Regulatorik, Kapazitäts­risiko bei Partnerbank. Unit, Treasury Prime, Synctera, Treezor
Karten-Spezialisten Fokus auf Issuing, Processing und Programm­management. Kein volles Konto­produkt, Einlagen laufen woanders. Marqeta, Galileo, Highnote, Stripe Issuing
Zahlungs-Spezialisten Treasury, FBO-Konten, Geldbewegung, Abstimmung. Keine vollständige Banking-Oberfläche. Modern Treasury, Stripe Treasury, Currencycloud
White-Label-Core & Orchestrierung Schlüsselfertiges Back­office, Ledger, Admin, KYC und Partner-Marktplatz. Entscheidung zur Lizenz­strategie bleibt bei dir. Crassula, SDK.finance, Mambu (Core)

In der Praxis kombinieren die meisten Projekte zwei oder drei Schichten. Ein SME-Konto könnte Crassula für die Orchestrierung, Marqeta für Karten und Solaris SE für IBAN und Einlagen nutzen.


Der BaaS-Markt 2026 in Zahlen

Globaler BaaS-Markt
45 Mrd.
USD 2026, rund 17 % CAGR
Solaris-Partner
100+
Fintechs auf Solaris-Infrastruktur
Time-to-Launch
3-12 W.
statt 3 bis 5 Jahre mit eigener Lizenz
Lizenz-Konsolidierung
2024+
Griffin, Column, ClearBank mit eigener Lizenz

Drei strukturelle Verschiebungen prägen 2026. Erstens Middleware geht direkt: BaaS-Anbieter, die früher über Partnerbanken routeten, beschaffen eigene Lizenzen und reduzieren den Drei-Parteien-Vertrag auf zwei. Zweitens die Aufsicht ist nachgezogen: BaFin-Maßnahmen gegen Solaris und US-Consent-Orders gegen Evolve, Cross River und Blue Ridge haben die Messlatte bei KYC, Abstimmung und Reserven deutlich angehoben. Drittens gewinnt vertikales BaaS: Spezialisten für Immobilien, Gesundheit, Payroll oder Creators ziehen an den horizontalen Generalisten vorbei.


Die wichtigsten BaaS-Anbieter 2026 für DACH

Das Ranking gewichtet Lizenzstatus, DACH-Relevanz, Produkt­tiefe und Referenzen. Globale Spezialisten sind gelistet, aber für deutsche Fintechs stehen Solaris SE, Swan, ClearBank und Treezor im Vordergrund.

# Anbieter Sitz Lizenz Stärke für DACH
1Solaris SEBerlinBaFin-VollbanklizenzMarktführer DACH, 100+ Partner, deutsche IBAN
2SwanParisEMI (FR, EU-weit)SEPA-first, Developer-Experience, DACH-Expansion
3TreezorParis (Société Générale)EMIEtablierte EU-Plattform mit Bankhintergrund
4ClearBankLondonUK-Clearing-BanklizenzGBP-Real-Time-Clearing, EU-Niederlassung in Amsterdam
5GriffinLondonUK-Banklizenz (2024)Entwicklerfreundliche Bank, Custody
6UnitUSAMiddleware + US-PartnerbankenUS-Markt­eintritt für DACH-Fintechs
7MarqetaUSAKartenausgeber-ProcessorKarten­programme in Enterprise-Dimension, global
8IntergiroSchwedenEMI (SE)Nordischer Anbieter mit guter EU-Abdeckung
9CurrencycloudLondon (Visa)EMIFX und Cross-Border-Zahlungen für Multi-Currency-Konten
10RailsrLondonEMIEmbedded Wallets, Loyalty, Cards

Solaris SE (Berlin, gegründet 2016) ist Europas größte BaaS-Plattform mit eigener BaFin-Vollbanklizenz. Über 100 Fintechs bauen auf der Solaris-Infrastruktur, darunter N26, Vivid, Samsung Pay DE, Kontist, Tomorrow und Finom. Nach BaFin-Auflagen 2023 und 2024 wurde das Onboarding strenger und die Compliance-Governance stark ausgebaut.

Stärken: Deutsche IBAN, Vollbanklizenz, Konten, Karten, Kredit, BNPL unter einem Dach.
Trade-offs: BaFin-Aufsicht hat Onboarding-Zeiten und Preise erhöht.

Swan aus Paris hält eine EMI-Lizenz und ist der Liebling europäischer SaaS-Plattformen, die Konten, IBAN, Karten und SEPA Instant schnell einbetten wollen. Erstklassige Developer-Experience, klare Preise, aktive DACH-Expansion.

Stärken: SEPA-Coverage, moderne APIs, White-Label-Oberfläche.
Trade-offs: EMI statt Bank, kein eigenständiges Kredit­geschäft.

Treezor (gegründet 2016, gehört zur Société Générale) ist eine der dienst­ältesten BaaS-Plattformen Europas. Besonders stark in Zahlungen, Karten und Compliance für Marktplätze und Neobanken im DACH-Raum.

Stärken: Bank­hintergrund SG, stabil, regulatorisch vertraut.
Trade-offs: Weniger Entwickler-freundlich als Swan oder Unit.

ClearBank besitzt eine UK-Clearing-Banklizenz und Direktzugang zu FasterPayments, BACS und CHAPS. Für DACH-Fintechs mit UK-Exposure (z. B. E-Commerce, Marktplätze) die beste Option. Seit 2024 auch mit EU-Niederlassung in Amsterdam.

Stärken: Eigene Clearing-Lizenz, Real-Time-Zahlungen in GBP.
Trade-offs: Infrastruktur-Fokus, kein Consumer-Produkt out-of-the-box.

Griffin erhielt 2024 eine UK-Banklizenz und verbindet Developer-DX mit einem eigenständigen Banking-Charter. Ein Vertrag, eine Gegenpartei, FSCS-Abdeckung direkt.

Stärken: Eigene UK-Lizenz, moderne APIs, klare Vertrags­struktur.
Trade-offs: UK-Fokus, noch eingeschränkte Produktbreite gegenüber Solaris.

Unit ist der US-Standard für eingebettete Bankkonten, Karten und Capital. Für DACH-Fintechs relevant, sobald der US-Markt Teil der Roadmap wird. Go-live in rund drei Wochen.

Stärken: Umfang der Features, starke Docs, schnelles Onboarding.
Trade-offs: Drei-Parteien-Modell mit Sponsor-Bank, US-only.

Marqeta treibt die Kartenprogramme von DoorDash, Uber, Klarna und dutzenden anderen Scale-Fintechs. Für Use Cases wie Expense-Management, Just-in-Time-Funding, virtuelle Karten oder Treasury ist Marqeta auch in Europa erste Wahl.

Stärken: Skalierung, API-Tiefe, globales Issuing.
Trade-offs: Aufwendige Integration, kein vollständiges Banking-Produkt.

Intergiro aus Stockholm bietet Konten, Karten und Zahlungen auf Basis einer schwedischen EMI-Lizenz. Interessant für nordische und baltische Fintechs, in DACH als Alternative zu Solaris positioniert.

Stärken: Pan-EU-Abdeckung, moderne Plattform.
Trade-offs: Kleineres Partner-Ökosystem als Solaris oder Swan.

Currencycloud (seit 2021 Teil von Visa) ist der Marktstandard für eingebettete Multi-Currency-Konten, lokale Settlement-Konten und FX-Management. Wird von über 500 Fintechs global eingesetzt.

Stärken: 38+ Währungen, lokale IBAN-Setups, Visa-Rückendeckung.
Trade-offs: Spezialisiert auf Zahlungen und FX, kein volles Konto­produkt.

Railsr (ehemals Railsbank) konzentriert sich nach der Restrukturierung 2023 auf eingebettete Wallets, Loyalty-Programme und Kartenausgabe für Marken, die nicht primär Banking machen wollen.

Stärken: Frictionless UX für Nicht-Banking-Marken.
Trade-offs: Kleineres Gesamtangebot, Turnaround-Narrativ beobachten.

Welche Funktionen ein BaaS-Stack tatsächlich liefert

Hinter dem Buzzword steckt eine konkrete Produkt­palette. Bewerte Anbieter entlang dieser acht Bausteine.

1Konten & IBAN

Virtuelle und echte IBANs, FBO-Strukturen, Multi-Currency-Wallets, benannte Konten pro Endkunde.

2Zahlungen & Rails

SEPA, SEPA Instant, TARGET2, SWIFT, Visa Direct, FedNow. Wichtig: Abdeckung und Betriebszeiten.

3Karten­programme

Virtuelle und physische Karten, Ausgabensteuerung, 3DS, Apple/Google Pay, Interchange-Economics.

4KYC, KYB & AML

ID-Verifikation, Sanktionen und PEP-Screening, laufendes Monitoring, Transaktions­überwachung, Verdachtsmeldungen.

5FX & Multi-Currency

50+ Währungspaare, Interbanken­kurse, Wochenend-Aufschläge, lokale Settlement-Netze.

6Kredit & Lending

Dispo, BNPL, Working Capital, besicherte Kredite. Nur bei Anbietern mit Banklizenz verfügbar.

7Ledger & Ops

Doppelte Buchführung, Partner-Bank-Abstimmung, Admin-Konsole, Reporting, Dispute-Workflows.

8Developer Experience

Sandbox-Qualität, SDKs, Webhooks, Idempotenz, Testdaten. Swan, Unit und Stripe setzen die Messlatte.


So wählst du den richtigen BaaS-Anbieter

Die Kaufentscheidung ist nicht mehr „billigste API gewinnt". Es ist eine regulatorische, operative und kommerzielle Entscheidung. Arbeite die Checkliste der Reihe nach ab.

  • Geografie zuerst. DACH heißt Solaris, Swan, Treezor, ClearBank (mit EU-Hub). UK heißt Griffin, ClearBank, Railsr. US heißt Unit, Synctera, Treasury Prime.
  • Lizenz-Posture. Direkt lizenzierte BaaS (Solaris, Swan, Griffin, ClearBank) reduzieren das Drei-Parteien-Risiko und sind leichter gegenüber BaFin und Enterprise-Kunden zu erklären.
  • Produkt­tiefe vs. Wedge-Fit. Für All-in-One-SaaS zählt Breite. Für Karten- oder Treasury-first-Produkte liefern Spezialisten (Marqeta, Modern Treasury) schneller.
  • Compliance-Reife. Frag nach SOC-2-Report, jüngstem Audit, BSA/AML-Programm, Transaktions-Monitoring-Modell. Genau hier ist 2023 und 2024 vieles gescheitert.
  • Unit Economics. Rechne Interchange-Split, Konto- und Kartengebühren, FX-Markups und Reserve­anforderungen durch. Die „billigste" API kann die teuerste Lösung im Scale sein.
  • Exit-Optionalität. Kannst du Kunden, Ledger und Kartenprogramm später zu einem anderen Anbieter oder in die eigene Lizenz migrieren? Der Wechsel von Penta von Solaris zu Qonto zeigt, dass Migration real, aber schmerzhaft ist, wenn sie nicht vertraglich geregelt wurde.

Das regulatorische Bild 2026 und was es für dich bedeutet

Die BaFin-Maßnahmen gegen Solaris, US-Consent-Orders gegen Cross River, Evolve und Blue Ridge sowie das neue CFPB-Open-Banking-Regelwerk (Section 1033) haben die Spielregeln neu geschrieben. Drei praktische Konsequenzen für alle, die 2026 BaaS kaufen:

  1. Reconciliation ist Pflicht. Jede Transaktion muss gegen eine einzige Wahrheitsquelle bei der Partnerbank abgeglichen werden. Die FDIC-Pass-Through-Versicherung scheitert, wenn Ledger nicht stimmen. Frag, wie der Anbieter den täglichen Abgleich belegt.
  2. Open Banking rückt näher. Die PSD3-Reform der EU und die CFPB-Regel zu Personal Financial Data Rights zwingen BaaS-Anbieter, standardisierte Endpunkte für Konsumentendaten zu veröffentlichen. Gleichzeitig entsteht hier ein Produkt-Hebel.
  3. BaFin-Audit-Tiefe wird Standard. Die im Solaris-Verfahren etablierten Anforderungen (sauberes Onboarding-Backlog, Reserven, Governance) gelten inzwischen auch für kleinere BaaS-Anbieter. Compliance ist kein Haken, sondern Wettbewerbs­vorteil.

Unterm Strich: BaaS-Anbieter, die 2023 und 2024 in Compliance investiert haben, gewinnen heute Enterprise-Deals, die früher an die billigste API gingen.


Crassula: der schnelle, risikoarme Einstieg ins Embedded Banking

Die Wahl des BaaS-Anbieters ist eine strategische Entscheidung, nicht nur eine Vendor-Frage. Du wählst eine regulatorische Haltung, eine Bank-Gegenpartei, eine Technologie-Roadmap und eine Produkt-Obergrenze für die nächsten drei bis fünf Jahre.

Crassula liegt auf der Orchestrierungs- und Produkt­ebene. Wir liefern produktiv­reifen Ledger, KYC-Orchestrierung, Kartenprogramm-Management, IBAN-Provisionierung, Payments-Routing und ein Admin-Backoffice. Du schließt an deine eigene regulierte Einheit an oder wählst einen unserer Partner (Solaris, Swan, ClearBank, Unit, Railsr, Currencycloud) und bist in Wochen live.

Ergebnis: ein gebrandetes Banking-Produkt mit weniger Vendor-Lock-in, moderner Technologie-Basis und genug Optionalität, später den BaaS- oder Bank-Partner zu wechseln, ohne Rewrite.


FAQ

Banking-as-a-Service bedeutet, regulierte Bankfunktionen (Konten, Karten, Zahlungen, Compliance) per API zu „mieten", damit eine Nicht-Bank diese in das eigene Produkt einbetten kann. Die lizenzierte Bank bleibt im Hintergrund; der Kunde sieht nur deine Marke.

In DACH führt Solaris SE (Berlin, BaFin-Vollbanklizenz) mit über 100 Fintech-Partnern. Für EU-weite SEPA-Projekte ist Swan (Paris) die Alternative mit der besten Developer Experience. Treezor (Paris, SG-Tochter) bietet eine stabile Enterprise-Plattform. Für UK-Bezug kommen Griffin und ClearBank ins Spiel, für US-Expansion Unit oder Marqeta.

In den meisten Fällen nicht. Der BaaS-Anbieter oder seine Partnerbank hält die Lizenz. Du musst jedoch ein eigenes AML- und GwG-Programm führen, eigene Onboarding-Richtlinien aufsetzen und in manchen Konstellationen als gebundener Agent registriert sein. Willst du auf eigene Bilanz Kredite vergeben oder Einlagen direkt halten, brauchst du langfristig eine eigene Lizenz.

Moderne BaaS-Plattformen geben drei bis zwölf Wochen für ein gut skizziertes Programm an. Komplexe Verticals (Kredit, Krypto, Cross-Border) brauchen drei bis sechs Monate. Eine eigene Banklizenz in Deutschland dauert dagegen typischerweise drei bis fünf Jahre.

Die Einlagen liegen bei der lizenzierten Partnerbank, nicht bei der BaaS-Middleware. Bei einer deutschen Bank greift die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Kund:in und Institut. Entscheidend ist, dass der Anbieter den täglichen Ledger-Abgleich mit der Partnerbank vollständig durchführt, sonst kann die Versicherung im Ernstfall versagen.

Drei Komponenten: Plattform-Gebühr (typisch 1.000 bis 25.000 € pro Monat je nach Skalierung), Nutzungs­gebühren (pro Konto, Karte, Transaktion, FX-Markup) und Revenue-Share auf Interchange. Hinzu kommen Reserve­anforderungen (oft 2 bis 10 % der Einlagen) bei der Partnerbank. Bei 50.000 Nutzer:innen liegen die Gesamt­kosten meist im oberen sechsstelligen Bereich pro Jahr.

Solaris ist eine lizenzierte deutsche Bank mit BaaS-Plattform: ein Vertrag, eine Gegenpartei, deutsche Einlagensicherung. Unit ist US-Middleware mit Partnerbanken: breites Produkt, aber Drei-Parteien-Modell. Swan ist französischer EMI mit SEPA-first-Fokus: entwickler­freundlich, EU-weit, jedoch keine eigenständige Bank.

Crassula sitzt über der BaaS-Ebene. Wir liefern Ledger, KYC-Orchestrierung, Admin, Kartenprogramm-Management sowie Mobile- und Web-Oberflächen für deine Endkund:innen. Du wählst den BaaS-Anbieter und die Partnerbank, die zu deiner Geografie und deinem Produkt passen, und Crassula verdrahtet alles miteinander. Dein Stack bleibt modular, und du kannst später den BaaS-Partner wechseln, ohne dein Produkt neu zu bauen.

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