MiCA CASP-Lizenz 2026: Der vollständige DACH-Leitfaden
Tiefgehender 2026-Leitfaden zur MiCA-Lizenz für Kryptowerte-Dienstleister (CASP) mit Fokus auf den DACH-Raum: BaFin-Verfahren, FinmadiG, KWG-Altregime, abgelaufene deutsche Übergangsfrist 31. Dezember 2025, Kapitalklassen und Ablauf.
Was eine MiCA CASP-Lizenz im DACH-Raum ermöglicht
Die Lizenz für Kryptowerte-Dienstleister (CASP, Crypto-Asset Service Provider) ist die Zulassung nach Verordnung (EU) 2023/1114 (MiCA), die es Firmen im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum erlaubt, regulierte Kryptowerte-Dienstleistungen anzubieten. Im DACH-Raum wird das Verfahren in Deutschland von der BaFin geführt, in Österreich von der FMA, und in der Schweiz außerhalb des EWR durch die FINMA unter dem eigenständigen FinIG/FinMIA-Rahmen.
Deutschland hat eine Vorreiterrolle übernommen: Mit rund 18 erteilten CASP-Lizenzen Anfang 2026 führt die BaFin die EU-weite Statistik an. Genannt sind unter anderem Trade Republic (als erste große deutsche Fintech mit Voll-MiCA-Lizenz), Bitpanda Asset Management GmbH und weitere Institute mit Vorerfahrung unter dem KWG-Kryptoverwahrregime.
MiCA Titel V definiert zehn regulierte Dienstleistungen. Eine CASP bewirbt sich für jede gewünschte Kombination, und die Kapitalklasse ergibt sich aus dem Leistungsportfolio.
Lassen Sie uns Ihr Projekt besprechen und herausfinden, wie wir Ihr Projekt auf den Weg bringen können. MiCA-fähiges Krypto-Banking-Produkt zusammen
Demo anfordernDeutsche Besonderheiten und das FinmadiG
Deutschland hat MiCA mit dem Finanzmarktdigitalisierungsgesetz (FinmadiG) Ende 2024 in nationales Recht überführt. Das bisherige Kryptoverwahrgeschäft nach § 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 6 KWG wurde abgelöst. Firmen, die zuvor eine KWG-Kryptoverwahrlizenz hielten, wechseln in das MiCA-Regime.
Wichtig für 2026: Die deutsche Übergangsfrist endete bereits am 31. Dezember 2025 - deutlich früher als der EU-weite Stichtag 1. Juli 2026. Altinhaber einer KWG-Kryptoverwahrlizenz ohne rechtzeitigen MiCA-Antrag sind seitdem ohne gültige Zulassung tätig und müssen entweder die Tätigkeit in Deutschland einstellen, sich aus einem anderen EU-Mitgliedstaat passportieren oder das vereinfachte Notifizierungsverfahren nach Artikel 60 MiCA nutzen, sofern sie über eine kompatible MiFID-, EMI-, Zahlungs- oder Banklizenz verfügen.
Kapitalklassen nach Anhang IV MiCA
Die laufenden Eigenmittel entsprechen mindestens dem höheren Wert aus Kapitalklasse oder einem Viertel der Fixkosten des Vorjahres. Zu beachten: Wer Verwahr- oder Transferdienste für E-Geld-Token (EMT) anbietet, benötigt zusätzlich zur CASP-Lizenz eine ZAG-Erlaubnis. Die EBA hat diese Doppelpflicht 2025 ausdrücklich bestätigt.
BaFin-Verfahren: Phasen und realistische Zeiträume
- Voranfrage bei der BaFin. Die BaFin bietet über ihre MiCAR-Infoseite und das MIFA-Team einen strukturierten Erstkontakt. In der Praxis unerlässlich, da Geschäftsmodell und Kapitalplan früh geprüft werden.
- Aktenaufbau (6 bis 10 Wochen). Programm der Tätigkeit, Drei-Jahres-Geschäftsplan mit Stressszenarien, Governance, AML/KYC-Handbuch mit Travel Rule, Verwahrrichtlinie, ICT/DORA-Rahmen, Marktmissbrauchs-Überwachung bei Handelsplattform, Outsourcing-Register, Fit-and-Proper-Unterlagen.
- Einreichung und Vollständigkeitsprüfung (25 Arbeitstage). Verfahren überwiegend auf Deutsch, technische Anhänge auf Englisch möglich.
- Materielle Prüfung (40 Arbeitstage plus 20 Verlängerung). In der Praxis 6 bis 12 Monate für neue Antragsteller, 3 bis 4 Monate für Artikel-60-Notifizierung bei MiFID-Firmen oder Kreditinstituten.
- Zulassungsvoraussetzungen und Eintragung. Kapital eingezahlt, Schlüsselpersonen, Systeme getestet, Travel Rule live. Aufnahme in das ESMA-Register.
- Passporting. Notifizierung der Tätigkeit in anderen EWR-Staaten, Start 15 Kalendertage nach Meldung.
BaFin-Gebühren: Antrags- und laufende Aufsichtsgebühren liegen für Finanzdienstleister zwischen EUR 2.000 und EUR 17.000 jährlich, mit höheren Sätzen für größere Institute. Rechtsberatung und Dokumentationsaufbau schlagen in Deutschland regelmäßig mit EUR 100.000 bis EUR 250.000 im ersten Jahr zu Buche, abhängig von Umfang und Kanzleiwahl.
Substanzanforderungen: typisch deutsch, konsequent streng
- Deutsche GmbH oder AG mit Sitz in Deutschland, eingezahltes Stammkapital auf einem deutschen Bankkonto.
- Geschäftsführung. Mindestens zwei Geschäftsleiter, davon mindestens einer mit Wohnsitz in Deutschland, beide mit individueller BaFin-Zulassung.
- Schlüsselfunktionen. MLRO (Geldwäschebeauftragter), Compliance-Officer, Risk Manager, Head of IT, Head of Internal Audit - alle mit deutschem Wohnsitz und Vollzeit.
- Reale Geschäftsräume. Physisches Büro, Arbeitsverträge, BaFin-Ortsbesuche. Virtuelle Adressen werden abgelehnt.
- MaRisk und BAIT. Die BaFin erwartet eine proportionale Anwendung der Mindestanforderungen an das Risikomanagement und der Bankaufsichtlichen Anforderungen an die IT zusätzlich zu DORA.
CASP vs. MiFID vs. Artikel-60-Notifizierung im DACH-Kontext
| Regime | Anwendungsbereich | Aufsicht | Zeitrahmen |
|---|---|---|---|
| MiCA CASP (Deutschland) | Kryptowerte, keine Finanzinstrumente | BaFin | 6 bis 12 Monate |
| MiCA CASP (Österreich) | Gleich wie DE | FMA | 6 bis 10 Monate |
| FINMA DLT (Schweiz, Nicht-EWR) | Security Tokens, Payment Tokens | FINMA | 9 bis 18 Monate |
| MiFID Wertpapierinstitut | Security Tokens, tokenisierte Derivate | BaFin | 9 bis 15 Monate |
| Artikel-60-Notifizierung | CASP-Zusatz für bestehende Lizenzinhaber | BaFin (Einspruchsrecht 40 Arbeitstage) | 2 bis 3 Monate |
Für deutsche Banken, Wertpapierinstitute, ZAG-Institute und MiCA-Altinhaber ist die Artikel-60-Notifizierung regelmäßig der schnellste Weg, Krypto-Dienste ins Produktportfolio aufzunehmen. Fresh-start Antragsteller wählen den vollen Antragsweg.
Starten Sie Ihr CASP-Produkt mit Crassula
Die CASP-Lizenz ist der rechtliche Rahmen. Die BaFin erwartet im Antrag Belege für die technische Seite: Ledger, segregierte Wallets, MPC-Schlüsselverwaltung, KYC, Travel Rule nach Verordnung (EU) 2023/1113, Marktmissbrauchs-Überwachung und DORA-konforme ICT. Crassula liefert diese operative Basis als MiCA-fähige White-Label-Plattform, auf die deutsche Antragsteller vom ersten Verfahrenstag an zurückgreifen können.
FAQ
Die BaFin ist die alleinige zuständige Behörde. Sie führt Antragsverfahren, laufende Aufsicht und Sanktionen durch. Das Verfahren läuft überwiegend auf Deutsch, technische Anhänge können in Englisch vorgelegt werden.
Nein. Die deutsche Übergangsfrist endete am 31. Dezember 2025, deutlich früher als der EU-weite Stichtag 1. Juli 2026. Altinhaber ohne MiCA-Zulassung müssen in Deutschland die Tätigkeit einstellen, aus einem anderen EU-Staat passportieren oder die Artikel-60-Notifizierung nutzen.
EUR 50.000 für Klasse 1, EUR 125.000 für Klasse 2 (Verwahrung, Tausch) und EUR 150.000 für Klasse 3 (Handelsplattform). Laufende Eigenmittel entsprechen dem höheren Wert aus Kapitalfloor oder einem Viertel der Vorjahres-Fixkosten.
Anfang 2026 rund 18 zugelassene CASPs - die größte Population in der EU. Namentlich bekannt sind unter anderem Trade Republic, Bitpanda Asset Management GmbH sowie weitere Institute mit KWG-Kryptoverwahr-Vorerfahrung.
Für neue Antragsteller 6 bis 12 Monate nach Einreichung einer vollständigen Akte. Die Artikel-60-Notifizierung für MiFID-Firmen, Kreditinstitute, EMIs und ZAG-Institute läuft in 2 bis 3 Monaten.
BaFin-Gebühren zwischen EUR 2.000 und EUR 17.000. Rechtsberatung und Dokumentationsaufbau EUR 100.000 bis EUR 250.000. Hinzu kommen laufende Aufsichtsgebühren und Technologiekosten.
Crassula stellt die MiCA-fähige Plattform als White-Label bereit: Ledger, Wallets mit MPC, KYC, Travel Rule, Marktmissbrauchs-Überwachung, DORA-konforme ICT und BaFin-konformes Reporting. Wir begleiten die Antragstellung gemeinsam mit Ihren Rechtsberatern.
Other Guides
Erstellen Sie eine digitale Bank in nur wenigen Tagen
Demo anfordern